Er rutscht nur noch auf dem Boden herum und sitzt zu Hause. Andrea Wilhelmi-Somé, Projektleiterin der GIZ: "Es gibt ja hier sozusagen Staatswälder, wo Kakao angebaut wird. «Ihr schadet uns, wenn ihr das immer wieder behauptet.». Das ist das Problem - dieser in weiten Teilen undurchsichtige Prozess der Produktionskette - vom Kakaobaum bis zum Hafen. Die Diskrepanz zwischen Worten und Taten ist eklatant – bei der Regierung wie bei den Firmen. Sie sind zwölf oder 13 Jahre alt, wenn sie verkauft werden. Erst dann darf der Kakao aufs Schiff. Selbst Industrievertreter gehen davon aus, dass in den letzten Wochen deutlich mehr Kinder auf den Feldern mitgearbeitet haben. Kautschuk, Palmöl, vor allem aber: Kakao. So ist der Anteil der arbeitenden Kinder, die zur Schule gehen, in beiden Ländern gestiegen - von rund 59 auf 71 Prozent in der Elfenbeinküste und von 91 auf 96 Prozent in Ghana. Henri Kahon, der Kakaobauer, verteidigt die schwere Arbeit seiner Söhne mit einem Argument, das man oft hört im Anbaugebiet: «Ich habe das so gemacht, nun machen es meine Kinder so.» Ihm sei egal, was die Leute dazu sagten, fügt er hinzu. Dazu gehören die verbreitete Korruption und eine schlechte Infrastruktur. Sie sehen, dass sie hier Geld verdienen können mit dem Kakao - und sie lassen sich hier nieder. Nicht für die Kakaobauern der Elfenbeinküste - aber für die Exporteure, die Schoko-Industrie. Die Elfenbeinküste produziert derzeit fast zwei Millionen Tonnen Kakao im Jahr - davon kommt mehr als ein Drittel aus Plantagen, die in eigentlich geschützten Tropenwäldern liegen. Nach dem Fermentieren müssen sie noch trocknen. Zerstört - wie andere Naturparks in der Elfenbeinküste. "Wenn wir den Park nicht bewachen würden, gäbe es ihn längst nicht mehr. Ich will wissen: Wer sind die Bauern, wer sind die Zwischenhändler, was für ein Kakao ist das?". Barfuß steht Mathis auf der Plastikplane und öffnet den Sack. Oder sie haben mit zehn, 12 Jahren schon eine Glatze, vom schweren Tragen auf dem Kopf. Copyright © Neue Zürcher Zeitung AG. Sie ist "Maître Chocolatier" - die erste und bislang einzige Schokoladenmeisterin in ganz Westafrika. Pausen gibt es keine. Langsam, erzählt er, werde den Menschen klar: Kinder gehörten nicht auf die Plantage. Zum Gespräch bei der nationalen Kommission gegen Kinderarbeit in Abidjan erscheinen zwei hochrangige Beamte. "Hier haben hier Sie eine Milchschokolade mit 53 Prozent Kakaoanteil, eine Praline mit 70 Prozent Kakao, hier haben wir Kokos, auf dem Feuerholz gegrillt, mit Kakao überzogen.. hier frischen Ingwer - ebenfalls mit ivorischem Kakao, und das hier ist eine flüssige Kakaobohne mit Karamell überzogen...". Aber ich habe sie noch nie probiert.". Dazu gehört die ausgeprägte Armut der Bauern, die auch durch Zertifizierungsprogramme kaum gelindert wird. Jeder würde hier reingehen, alles abholzen und Landwirtschaft betreiben, es wäre ein Fest für die Kakaobauern und all diejenigen, die es werden wollen!". Der Tai-Nationalpark: die grüne Lunge im Westen der Elfenbeinküste, an der Grenze zu Liberia. Am Ende des Gesprächs überreichen die Regierungsvertreter eine Broschüre über ihre Erfolge. Die ivoirische Regierung hat die Kakaobauern jüngst in einem Schreiben daran erinnert, dass Kinderarbeit strafbar sei. «Vieles ist Augenwischerei und Verzögerungstaktik», kommentiert ein ehemaliger Kakaohändler die Beteuerungen der Industrie. Genaue Zahlen fehlen indes. San Pedro ist das Tor zur Welt. Schwere Krananlagen made in Germany, gut asphaltierte Straßen, Arbeiter in Sicherheitskleidung. Dass Kinder auf den Plantagen oft während mehrerer Stunden schwere Lasten tragen – laut einer Nestlé-Untersuchung die häufigste Form von Kinderarbeit in dem Land –, erachten viele Bauern bis heute als unproblematisch. Alle Rechte vorbehalten. Die GIZ, die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, hat den Naturschutz in der Côte d'Ivoire auch während der schweren politischen Krisen der letzten Jahre unterstützt. Die Nachfrage steigt. Immer wieder sticht er mit einer scharfkantigen Schaufel in die Säcke hinein - und prüft die Kakaobohnen. Weil der Preis so günstig war. Wir müssen daran glauben, Vertrauen haben in das, was wir haben. Wir sind stolz auf unseren Kakao. «Die Kinder können hier viel lernen.», Teilweise führt diese Sichtweise gar dazu, dass in Abrede gestellt wird, dass das Problem überhaupt existiert. "Der Druck auf den Park wird weiter zunehmen, da bin ich ganz sicher. Aber der Preis für das Kilo Kakao bleibt niedrig. Es kommen immer mehr Migranten aus den Nachbarländern, aus Burkina Faso und Mali. Er sei neunzehn, sagt Mathis schüchtern - und nach kurzem Zögern. Wir sollten stolz sein auf unser Produkt. Nach Europa, nach Russland, in andere afrikanische Länder. Es gibt Kinder, die erblinden oder denen die Haare ausfallen - das kommt alles von der Chemie! «Das gibt es nicht», hört man oft in Côte d’Ivoire – nicht nur auf den Kakaofeldern. Es geht ihnen auch um die aktuelle Fremdenfeindlichkeit in ihrem Land. Er reist durch die Kakao-Anbaugebiete der Elfenbeinküste und versucht, die Bauern über die Folgen der Kinderarbeit aufzuklären. Im Weltzeit-Podcast hören Sie regelmäßig, wie sich andere Länder entwickeln: Konflikte, Fortschritte, Besonderheiten abseits der hiesigen Schlagzeilen. Die Eltern hatten kein Geld für einen Arzt, die Wunde heilte nicht. Brice Delangneau: "Es reicht dann nicht, wenn ein Schokoladen-Konzern irgendwo eine Schule mit fünf Klassenräumen hinstellt. Vieles ist schlicht Fassade.». Denn möglicherweise zahlt der Hersteller so wenig, dass die Bauern ihre Kinder nicht zur Schule schicken können, und dann arbeiten diese Kinder auf der Plantage mit! In den letzten Jahren seien die Budgets der zuständigen Behörden deutlich erhöht, Abläufe verbessert, Kompetenzen erweitert, Gesetze angepasst worden. Gott habe das so gewollt, sagt er. Dafür unterwerfen sich die Kleinbauern strengen Kriterien - sie müssen nachhaltig und umweltschonend anbauen, Kinderarbeit ist tabu. Die Bohnen dürfen nicht mehr als acht Prozent Rest-Feuchtigkeit haben. Kakao-Multis kaufen ganze Ernten von Kooperativen ein - und diktieren den Preis. Alles, was sie verdienen, geht für Spritzmittel drauf. "Die Weißen, die Europäer, die machen Schokolade daraus. Ein Junge, zehn Jahre alt, der beste Schüler seiner Klasse, der hatte sich bei der Kakaoernte ins rechte Bein gehackt, dann hat sich die Wunde entzündet. Der Parkdirektor ist sicher: Ohne die Hilfe aus Deutschland wäre der Tai Park tot. Auf jeden Fall aber haben viele Kinder Haltungsschäden.". Viele der neusten Strategien von Firmen, Regierung und NGO spiegeln nun die Notwendigkeit eines solchen «holistischen Ansatzes». Er atmet schwer, wischt sich den Schweiß aus dem Gesicht. Die Elfenbeinküste hat die Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation ILO unterschrieben, sie soll Minderjährige vor den schlimmsten Formen von Kinderarbeit schützen. "Die Kinder verletzen sich mit den scharfen Macheten bei der Arbeit. Westafrikas Kinder leiden am Kakao, sagt Leon Adagra. Ein Biosphärenreservat, mehr als 50.000 Fußballfelder groß. Nur bleibe vielen Bauern nichts anderes übrig, als billige kleine Arbeiter einzusetzen. Vom Kakao, der anderswo auf der Welt zu Schokolade verarbeitet wird. Laut einem NGO-Bericht ist die Schokoladeindustrie weit davon entfernt, das Problem in den Griff zu bekommen. eine Tonne Kakao an den großen, und der verkauft alles zusammen weiter. In einem weißen Kittel steht er vor einer schier endlosen Wand von braunen Säcken. Doch die Branche braucht viel Kakao - die Bauern wollen das schnelle Geld: auf Kosten ihrer eigenen Lebensgrundlage. Er selbst kreidet der Kakaobranche immer wieder an, sie hätte gar kein Interesse an fairen Preisen und lasse sich nicht in die Karten schauen. Suzanne Kabbani schwärmt von den "Grand Crûs" der Schokolade - den besten Sorten aus allen Anbaugebieten des Landes... und sie will sich nicht entmutigen lassen. Doch die Aufarbeitung der Geschichte stößt auf Widerstände.Mehr, Über 500.000 Corona-Infizierte gibt es in Neu-Delhi derzeit. Gleichermassen zuversichtlich gibt sich die ivoirische Regierung. Wie diese Schokolade schmeckt, wissen die Menschen an der Elfenbeinküste nicht - abgesehen von den Reichen, die sich Pralinen leisten können, meistens teuer aus Europa importiert. Die gerät ins Grundwasser, tötet die Iroko-Bäume und verwandelt sie in unbrauchbares Holz. Besonders betroffen sind Ghana und Côte d’Ivoire. Mathis wuchtet einen braunen 50-Kilo-Sack mit Kakaobohnen vom Rücken und wirft ihn auf eine riesige schwarze Plastikplane. Parkdirektor Abdoulaye Diarrasouba zeigt Luftbilder - doch die haben mit der Idylle nichts zu tun: Der Park ist umzingelt von Plantagen, soweit das Auge reicht. Das ist – selbst wohlwollend betrachtet – äusserst bescheiden. Wir halten dagegen, so gut es geht, auch wenn es immer wieder illegale Camps und Plantagen gibt.". Leon Adagra ist Landwirtschaftsberater. Statt zur Schule zu gehen, schuftet Mathis in einer Kakao-Kooperative nahe der Grenze zu Liberia. Landwirtschaftsminister Mamadou Sangafowa dementiert das: "Die Regierung setzt sich derzeit mit Reformen dafür ein, dass der Bauer einen fairen Anteil am Ertrag bekommt. Der Kakao der Elfenbeinküste geht als Rohstoff in alle Welt - Schokolade wird anderswo daraus gemacht. ", Kakao-Anbau an der Elfenbeinküste: Arbeiterin spaltet eine Kakaobohne (Deutschlandradio / Alexander Göbel). Wir arbeiten hier immer von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends. Der Südwesten der Elfenbeinküste ist ein Friedhof der Tropenbäume. Nach wie vor arbeiten in Westafrika fast zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen. San Pedro - die Handelsstadt mitten im Herzen des Kakaoanbaugebiets im Westen der Elfenbeinküste. Deswegen sind wir sehr streng, wenn wir die Qualität überwachen!". Marcel Bwazo ist der Mann, der den Kakao der Elfenbeinküste auf die Reise schickt - mit seiner Unterschrift gibt er die Containerladungen frei. Wenn Du dort eine Plantage aufbauen willst, zahlst Du an die Behörde, keiner stellt Fragen, und Du hast Dein Feld - mit fruchtbarem Boden, mitten im Naturschutzgebiet!". Und es reicht auch nicht, wenn anderswo ein Hersteller in einer zertifizierten Plantage Kakao kauft, wo angeblich keine Kinder arbeiten. "Kakao ist das wichtigste Produkt der Elfenbeinküste. Marcel Bwazo: "Bevor der Kakao verladen wird, muss ich schauen, ob die Normen erfüllt sind. Die Lösung des Problems habe für Präsident Alassane Ouattara höchste Priorität, versichern sie. "Es gibt große Produzenten und kleine. Irgendwann will sie so viel Schokolade herstellen, dass sie sie exportieren kann: zertifiziert, fair gehandelt. Voraussetzung sei aber, dass die Industrie am selben Strick ziehe. Sonst verschimmeln sie. Gütesiegel wie Fairtrade, Rainforest Alliance oder UTZ sollen dazu führen, dass die Kakaobauern besser bezahlt werden. Made in Côte d'Ivoire! «Vieles ist schlicht Fassade», Illegale Plantagen, korrupte Kontrolleure und Minderjährige mit Macheten: Die Welt, aus der unsere Schokolade kommt, dürfte es gar nicht geben, Fabian Urech, Kouadiokro (Text und Bilder), Noch immer arbeiten über zwei Millionen Kinder auf den Kakaoplantagen Westafrikas. Auf den Kakaoplantagen Ghanas und der Elfenbeinküste arbeiten Kinder bis zu 12 Stunden täglich. Die Bohnen müssen rein sein, es darf keine Verunreinigungen geben. Das geht, weil alle korrupt sind, vor allem diejenigen, die die Wälder verwalten, die Präfekte, die Beamten. Doch Kinderarbeit ist in der Landwirtschaft eher die Regel als die Ausnahme, und besonders auf den Kakaoplantagen müssen Kinder mithelfen - laut ILO sind es derzeit rund 800.000 - allein in der Elfenbeinküste. Mit einer Cadmium-Lösung. Kinder in der Kakaoproduktion arbeiteten, was ein Zuwachs von 24 % im Vergleich zu 2008/09 bedeutet. Eine Kampagne der First Lady, Präsidentengattin Dominique Ouattara, ermahnt die Bauern, ihre Kleinsten zur Schule zu schicken, und nicht aufs Feld. Um zu verhindern, dass die Forstbehörde kommt, die Giganten fällt und damit die Plantagen beschädigt, vergiften die Bauern die Bäume. Rund 50 Mitarbeiter bewachen den Park, dazu noch ein paar Freiwillige - mit ihnen verhindert Diarrasouba das Schlimmste. Bwazo arbeitet für die staatliche Kakao-und Kaffeebehörde. Zertifikate seien oft nur Augenwischerei, meint Brice Delagneau, auf jeden Fall seien sie kein Wundermittel, mit dem sich die Lebensbedingungen auf den Plantagen verändern ließen. «Die Schulschliessungen dürfen keine Entschuldigung dafür sein, die Rechte der Kinder zu missachten», heisst es darin. 5) 6) Der kleine verkauft z.B. «Es klingt seltsam, aber man hat lange schlicht nicht gründlich genug über das Problem nachgedacht», sagt eine Uno-Angestellte.

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